Tanz in den Mai - Hexen in der Kunst

Fliegende Hexe am Himmel über einem Berg

In dieser Woche war es wieder soweit - die Hexen der Welt trafen sich in der Nacht zum 1.Mai zur Walpurgisnacht auf dem “Brocken” zu einem großen Fest. Wobei sich der Name “Walpurgisnacht” nicht von einer der berühmtesten Hexen aller Zeiten ableitet, sondern von der Hl. Walpurga, die im 8. Jahrhundert in England in einem Kloster lebte und deren Gedenktag der 1.Mai ist. Ob sich tatsächlich in dieser Nacht “echte” Hexen auf dem Blocksberg, wie der “Brocken” genannt wird, treffen, weiß ich nicht, ich war noch nie da, um mich von ihrer Existenz zu überzeugen.

Im Kinderzimmer meiner Tochter finde ich allerdings allerhand Hexen, denn sie sind immer noch ein sehr beliebtes Thema. “Die kleine Hexe” von Otfried Preußler habe ich schon gelesen, ebenso ist natürlich Bibi Blocksberg auch meiner Generation schon sehr bekannt und so kamen und kommen immer wieder neue kleine “Hexenfräuleine” hinzu. In den Kinderbüchern sind sie meist sehr positiv besetzt, nimmt man mal die Märchen aus, in denen die Hexe meist eine alte, häßliche Frau ist, die nichts Gutes im Sinn hat.

Was aber soll eine Hexe eigentlich sein bzw. was macht eine Frau zu einer Hexe?

Muss sie immer einen Raben und einen Besen bei sich haben und kann sie sich tatsächlich bei Bedarf in eine junge hübsche Frau verwandeln, ganz ohne Hakennase und Warze? Dem Aberglauben und Volksmund nach handelt es sich auf den ersten Blick um eine ganz normale Frau, die allerdings mit magischen Kräften ausgestattet ist, Männer verführt, ungeborenes Leben verflucht und im Verdacht steht im Bund mit dem Teufel und anderen Dämonen zu ihr Unwesen zu treiben. Meist wird sie als Böse angesehen, so im Märchen aber auch in der Vorstellung der mittelalterlichen Welt beispielsweise.  Ein düsteres Kapitel in diesem Zusammenhang ist die Hexenverfolgung, bei der Frauen angeklagt und ermordet wurden, mit dem Vorwurf, eine Hexe zu sein. Die letzte Hinrichtung einer Hexe fand Ende des 18. Jahrhunderts in der Schweiz statt und zeigt, dass es sich anscheinend nicht um einen rein mittelalterlichen Aberglauben handelte.

Doch wie sieht es in der Literatur und Kunst der Erwachsenen aus? Da findet sich die Walpurgisnacht beispielsweise in Faust I und II Goethes wieder, Theodor Storm widmet sich dem Thema und in der Bildenden Kunst sind sie auch schon seit der Antike bekannt. Die Hexen ziehen sich also ähnlich der Kinderliteratur und - Kunst  durch die Jahrhunderte der Erwachsenenbücher und Bildwerke.

Ein sehr spannendes Thema, welches auch viel über die Stellung der Frau in der Gesellschaft der jeweiligen Zeit verrät. 

Wenn Sie sich also passend zur Walpurgisnacht ein wenig mit Hexen beschäftigen möchten, dann schauen Sie sich doch vielleicht ein paar Gemälde von Hieronymus Bosch, Max Ernst oder meinem Favoriten in Bezug auf Hexendarstellungen Johann Heinrich Füssli an, wie beispielsweise Die Drei Hexen” aus dem Jahr 1783 oder recherchieren Sie ein wenig zum Thema Hexen, dabei kommt man auf interessante Geschichten.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie gut in den Mai gekommen sind, ob beim Hexentanz oder Maibaumaufstellen oder einfach in Ihrem Bett. Bis dahin!

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