Weihnachten in der Kunst: Heilige Nacht




In der letzten Woche ging es um die Weihnachtszeit mit den Kindern und was man da so alles erlebt und vor allem um die Interpretation der Heiligen Nacht in den Krippenspielen. In dieser Woche soll es nicht um die Kleinen und ihre Vorfreude auf die Heilige Nacht gehen, sondern um die Erwachsenen.

Nicht nur für die Kinder ist es in der Weihnachtszeit interessant, sich mit der Weihnachtsgeschichte auseinanderzusetzen. In der Kunst macht einem das keine große Mühe, denn bis heute ist Maria die am meisten dargestellte Person in der Kunst. Das erstaunt die Menschen immer wieder, wenn man es erzählt, denn in einer Welt, deren Alltag seit langem nicht mehr so maßgeblich von der Religion bestimmt ist, wie das im Mittelalter, der Renaissance oder dem Barock der Fall war, mag man es nicht glauben. Und doch findet in der Kunst bis heute noch immer eine Auseinandersetzung mit dem heiligen Personal statt, und Maria nimmt dabei eine ganz exponierte Stellung ein. Betrachtet man beispielsweise das Werk von Michael Triegel, dann wird schnell deutlich, dass die religiösen Themen auch heute noch von Belang sind.

Da Maria eng mit der Weihnachtsgeschichte verknüpft ist, liegt es nahe, dass auch sehr viele Darstellungen, seien es Malerei, Zeichnungen, Skulpturen oder Plastiken, aber auch Fotos und Filme zu finden sind, welche die Weihnachtsgeschichte thematisieren. 
Sollten Sie sich schon immer mal gefragt haben, welche Bildnisse Marias es gibt, dann können Sie dies im “LCI- Lexikon christlicher Ikonographie” nachschlagen. Aber nun zurück zur Weihnachtsgeschichte. Es dreht sich dabei nicht allein um die Geburt Jesu und den Besuch der Heiligen Drei Könige. Es geht natürlich auch um die Darstellung der Verkündigung, die Flucht nach Ägypten und die vielen, vielen Abbildungen Marias mit dem Kind. Meine Favoriten in diesem letzten Bereich sind eindeutig die Darstellungen der Spanier zur Zeit der Gegenreformation z.B. wie hier zu sehen.

Das interessante an der Auseinandersetzung mit diesen Werken und dem Thema ist, dass man, wie immer in der Kunst, viel über die Zeit der Entstehung, über die Kirche und auch über das Frauenbild, den Umgang mit Emotionen und die Stellung des Kindes erfährt.


Ich möchte Ihnen daher in dieser Woche zwei Dinge ans Herz legen:
  1. Gehen Sie doch in ein Museum, am Wochenende, in der Mittagspause oder nach Feierabend, nehmen Sie sich Zeit für ein einziges Werk aus dem Kreis der Weihnachtsgeschichten und lassen Sie es wirken. Machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken, losgelöst von Beschreibungen und Ausführungen anderer.
  2. Ein wunderschönes Buch zu diesem Thema. Ja, es gibt viele und ich könnte Ihnen noch einige andere empfehlen, aber eines habe ich gerade in diesem Jahr entdeckt. Es heißt "Heilige Nacht: Die Weihnachtsgeschichte und ihre Bilderwelt."; Hrsg. Stefan Roller; Hirmer Verlag

Da ja bald Weihnachten ist, dürfen Sie sich in dieser Woche auch etwas wünschen.
Schreiben Sie uns hier als Kommentar, welche Themen Sie sich in der Kunstgeschichte oder Musikgeschichte rund um die Weihnacht, Maria, Heiligengeschichten oder bestimmte Epochen oder Regionen wünschen würden. Worüber sollen wir schreiben?

In diesem Sinn... weiterhin eine besinnliche Zeit und in der nächsten Woche geht es um die Musik und das Weihnachtsfest.

Sandra Müller-Buntenbroich ist die Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur an der vhs Karlsruhe

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