Schwarze Romantik - Halloween mal anders




“Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
, kommen so verworren her,
in dem linden Wellenschlagen.”
(J.v.Eichendorff “Die Nachtblume”)
Die Nacht fasziniert und gibt Rätsel auf, man kann sich in ihr gruseln, z.B. an Halloween!
Der Mensch gruselt sich gerne, das ist erwiesen. Krimis, Gruselgeschichten, Psychothriller und Horrorgeschichten schrecken ab und faszinieren zugleich. So auch in der bildenden Kunst. Die schwarze Romantik ist dafür ein wunderbares Beispiel. 

Die Epoche der Romantik ist geprägt von Emotionen wie Freundschaft, Liebe aber auch Angst, Trauer und Verzweiflung. In dieser Zeit entstehen Werke, die die Psyche des Menschen beleuchten, die Abgründe der Seele und düstere Seite des Menschen, das Böse wird ein Thema der Romantik, der schwarzen Romantik. Füsslis Darstellungen des Nachtmahr von 1802 zeigen die Alpträume junger Frauen, Friedrichs Blicke hinter verlassene Friedhofsmauern und Böcklins “Toteninsel scheinen Trailer zu einem Psychothriller. Die schwarze Romantik ist eine Unterströmung der Romantik, endet allerdings nicht mit ihr. Es handelt sich um einen Gegenentwurf zur Vernunft der Aufklärung und dient auch der Verarbeitung der Schrecken der Französischen Revolution. 

Inspiriert wurden die bildenden Künstler europaweit von der Gothic Novel, die sich Ende des 18. Jahrhunderts in England etablierte. Die Motive der schwarzen Romantik - Einsamkeit, Melancholie, Tod, das Böse - haben dann auch weit über das 19. Jahrhundert hinaus Künstler in allen Bereichen der Kunst beeinflusst. 

2013 fand im Städel in Frankfurt eine Ausstellung mit dem Titel “Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst” statt, die sich erstmals umfassend diesem Thema widmete. 
Im Frankfurter Goethehaus konnte man in diesem Sommer Füsslis Nachtmahr bestaunen.

Sollten Sie sich an diesem 31.10. mal in besonderer Weise gruseln wollen, dann empfehle ich Ihnen einen Blick auf Goya, Friedrich oder in den Katalog zur Sonderausstellung im Städel oder lesen Sie doch in dieser Nacht E.T.A. Hoffmann “Die Elixiere des Teufels”.

Falls Ihnen an Halloween mehr nach feiern zumute sein sollte, dann freue ich mich, hier zu lesen, was Sie dann vorhaben. Wo gehen Sie hin? Werden Sie sich verkleiden? Als was?


Sandra Müller-Buntenbroich, leitet den Bereich Kultur an der vhs Karlsruhe



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