Im Herbst tanzen nicht nur die Blätter...



Schon in der letzten Woche habe ich über den Herbstanfang und die damit verbundenen Möglichkeiten in der Welt der Kultur berichtet. Heute geht es nicht um Kinder und wie man Regentage nutzen kann, heute geht es um ein wiederkehrendes Ereignis, das ich nach dem Sommerurlaub kaum erwarten kann: John Neumeier kommt nach Baden-Baden!

Seit Jahren kann man John Neumeier und sein Hamburger Ballett in jedem Herbst/Winter im Festspielhaus Baden-Baden bestaunen. Für mich ist vor allem die “Ballett-Werkstatt” etwas ganz besonderes. Ein kleiner Einblick in die Arbeit und die Ideen des Choreographen und die Entstehung eines Stückes. In diesem Jahr konnte man auch wieder Neumeiers Ballett “Nijinsky” im Festspielhaus sehen. Vaslav Nijinsky war ein russischer Balletttänzer und Choreograph. Er war Mitglied bei den Ballett Russes, der avantgardistischen und einflussreichsten Compagnie Anfang des 20. Jahrhunderts.
Vielen bekannt ist natürlich “Le sacre du printemps” von Strawinsky, in dem Nijinsky tanzt und gleichzeitig choreographiert. John Neumeier beschäftigt sich seit seiner Jugend mit diesem Ausnahmetänzer. Im Ballett “Nijinsky” zeigt er das turbulente, von Höhen und vielen Tiefen geprägte Leben des Tänzers und Choreographen - fesselnd, höchst emotional und bewegend.

Zwischen Nijinsky und Karlsruhe gibt es eine besondere Verbindung und viele Karlsruher sind ihm sicher schon begegnet in der Rolle als Harlekin und zwar in der Majolika. Dort findet sich der Tänzer, von Fritz Behn 1912 geschaffen. 

Vor ein paar Jahren hatte ich das Glück auf eine Dozentin an der vhs zu treffen, die ein wunderbares filmisches Portrait über John Neumeier gemacht hat - Annette von Wangenheim.

Es begann damit eine sehr schöne Zusammenarbeit im Bereich Musik und Tanz.
Ihr Film “Nijinskiy & Neumeier. Eine Seelenverwandtschaft im Tanz” von 2010 verleiht dem Betrachter einen einfühlsamen Einblick in das Leben Neumeiers und seiner Leidenschaft und lebenslangen Begeisterung für Vaslav Nijinsky und natürlich den Tanz. Ihr professioneller Blick und ihre große Begeisterung und Liebe zum Tanz und meine eher laienhafte Faszination fürs Ballett haben uns dann viele, sehr schöne gemeinsame Veranstaltungen eingebracht. In Kooperation mit der Kinemathek Karlsruhe e.V. konnten wir Filme wie “Josephine Baker. Schwarze Diva in einer weißen Welt” von 2006 zeigen und dem Publikum eine interessante Diskussion mit der Filmemacherin bieten. 2016 haben wir Dank der guten Kontakte von Wangenheims die Ausstellung “Tanz und Fotografie von Gert Weigelt” zusammenstellen und in den Räumlichkeiten der vhs die preisgekrönten Plakate Weigelts zeigen können.

Und so kommen wir fast in jedem Jahr im Herbst zusammen und überlegen, was wir im Bereich Tanz einem interessierten Karlsruher Publikum bieten können. Mal sehen, welche Ideen uns dieser Herbst bringt. Sie werden es in jedem Fall auf unserer Kulturseite erfahren. 

Bis dahin besuchen Sie doch einfach mal eine Ballettaufführung in Baden-Baden oder auch im Badischen Staatstheater Karlsruhe. 

Bitte berichten Sie dann hier darüber, wie es Ihnen gefallen hat. Ich freue mich auf den Austausch.

Viel Spaß und bis bald.


Sandra Müller-Buntenbroich, an der vhs Karlsruhe verantwortlich für den Bereich Kultur

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