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Es werden Posts vom Oktober, 2017 angezeigt.

“Hier stehe ich, ich kann nicht anders.”

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“Die Bilder sind zwar unnötig, aber Gott hat die Entscheidung darüber den Menschen überlassen, bis auf einen Punkt: „Bilder dürfen nicht angebetet werden!“  (Martin Luther, Invokavitpredigt)

In diesem Herbst haben wir einen zusätzlichen Feiertag geschenkt bekommen. Ein Geschenk zu einem besonderen Geburtstag bzw. Jubiläum - 500 Jahre Reformation und somit auch für viele 500 Jahre Martin Luther. Er gilt heute als der Inbegriff der Reformation für viele Menschen. Allerdings ranken sich um ihn und die Anfänge der Reformation und weitere Ereignisse eine Menge Mythen.
Es beginnt sicherlich schon mit dem 31. Oktober 1517 als wichtigster Tag der Reformation und Luthers Thesenanschlag. Es ist nicht erwiesen, dass Luther die 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Er selber hat es nie erwähnt. Ähnlich verhält es sich mit der Popularität Luthers. Luther und Reformation werden heute meist in einem Atemzug genannt, doch für seine Zeitgenossen war Luther einer der Reformatoren. E…

Schwarze Romantik - Halloween mal anders

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“Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
, kommen so verworren her,
in dem linden Wellenschlagen.”
(J.v.Eichendorff “Die Nachtblume”) Die Nacht fasziniert und gibt Rätsel auf, man kann sich in ihr gruseln, z.B. an Halloween!
Der Mensch gruselt sich gerne, das ist erwiesen. Krimis, Gruselgeschichten, Psychothriller und Horrorgeschichten schrecken ab und faszinieren zugleich. So auch in der bildenden Kunst. Die schwarze Romantik ist dafür ein wunderbares Beispiel. 
Die Epoche der Romantik ist geprägt von Emotionen wie Freundschaft, Liebe aber auch Angst, Trauer und Verzweiflung. In dieser Zeit entstehen Werke, die die Psyche des Menschen beleuchten, die Abgründe der Seele und düstere Seite des Menschen, das Böse wird ein Thema der Romantik, der schwarzen Romantik. Füsslis Darstellungen des Nachtmahr von 1802zeigen die Alpträume junger Frauen, Friedrichs Blicke hinter verlassene Friedhofsmauern und Böcklins “Toteninsel” scheinen Trailer zu einem Psychothriller. Die s…

Im Herbst tanzen nicht nur die Blätter...

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Schon in der letzten Woche habe ich über den Herbstanfang und die damit verbundenen Möglichkeiten in der Welt der Kultur berichtet. Heute geht es nicht um Kinder und wie man Regentage nutzen kann, heute geht es um ein wiederkehrendes Ereignis, das ich nach dem Sommerurlaub kaum erwarten kann: John Neumeier kommt nach Baden-Baden!
Seit Jahren kann man John Neumeier und sein Hamburger Ballett in jedem Herbst/Winter im Festspielhaus Baden-Baden bestaunen. Für mich ist vor allem die “Ballett-Werkstatt” etwas ganz besonderes. Ein kleiner Einblick in die Arbeit und die Ideen des Choreographen und die Entstehung eines Stückes.In diesem Jahr konnte man auch wieder Neumeiers Ballett “Nijinsky” im Festspielhaus sehen. Vaslav Nijinsky war ein russischer Balletttänzer und Choreograph. Er war Mitglied bei den Ballett Russes, der avantgardistischen und einflussreichsten Compagnie Anfang des 20. Jahrhunderts.
Vielen bekannt ist natürlich “Le sacre du printemps” von Strawinsky, in dem Nijinsky tanzt un…

Kinder im Museum

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Seit ich in Karlsruhe lebe, habe ich jeden Herbst das Glück gehabt, einen wunderschönen “Altweibersommer” erleben zu dürfen. Es wird zwar morgens und abends recht frisch, aber tagsüber scheint die Sonne und die Natur leuchtet in vielen Farben. Das ist toll, obwohl man weiß, dass die nassen und kalten Tage ohne Sonne auch nicht mehr lange auf sich warten lassen werden. 

Da stellt sich gerade mit Kindern die Frage: Was tun? Vor allem am Wochenende, wenn mehr Zeit vorhanden ist und man gemeinsam Dinge erleben kann. Ich gehe dann auch gerne ins Museum. Klar, es geht auch ins Naturkundemuseum, wo es für die Kinder in jedem Fall eine Menge zu entdecken gibt. Aber ich gehe auch regelmäßig in ein Kunstmuseum und das schon von Anfang an. Als meine Tochter ein Baby war, war es tatsächlich auch ganz unkompliziert, da sie im Tragetuch schlief, während ich durchs Museum schlenderte. Irgendwann kam die Zeit, da guckte sie zufrieden aus dem Tuch raus und dann kam die Zeit - vor der viele Angst haben …

Frauen in der Kunst

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“Feminismus in Kunst und Kultur” lautete das Thema des letzten Kulturfrühstück der Stadt Karlsruhe und “Feministische Avantgarde der 1970er Jahre” wird eine Ausstellung des ZKM ab November heißen, die sich mit dem Thema Frauen in der Kunst beschäftigt. 

Bei dem Wort Feminismus zucken noch immer viele Menschen zusammen und gerne wird es in eine Schublade gesteckt, mit deren Inhalt viele glauben, nichts zu tun zu haben oder zu tun haben zu wollen. Oftmals werde ich bei kunsthistorischen Vorträgen und Seminaren gefragt: “Gab es keine Künstlerinnen in der Zeit?” Natürlich gab es sie, schon immer und zu allen Zeiten. Doch mussten sie oft im Verborgenen arbeiten, in den Werkstätten ihrer Väter und Brüder oder Ehemänner. Eine offizielle Ausbildung war nicht gerne gesehen, wurde ihnen das Kunstschaffen erlaubt, dann nur auf ein sehr eingeschränktes Themenfeld bezogen. Akademien zu besuchen war Frauen  lange nicht gestattet und und wenn sie es schafften an privaten Einrichtungen eine künstleris…